Wieso Spielen Sprache fördert

Kindern Spielen

Du spielst ja nur ... ein Satz den wir in der Logopädin sehr oft zu hören bekommen! 

Dann sage ich immer: was machen denn Kinder am liebsten in diesem Alter? 

GENAU: SPIELEN!

Also wieso sollte ich bei der Förderung nicht genau da ansetzen...

Das kindliche Spielen ist eine Wissenschaft, denn es sieht aus wie „einfach“ spielen, es passiert jedoch so viel. Spielen und Sprache läuft parallel, denn so wie ein Kind spielt spricht es auch sehr häufig. 

Ist es nur mit den Funktionen beschäftigt (Stift auf uns zu machen zum Beispiel) braucht es nur die Wörter „auf“ „zu“ also Einzelworte.

Spielt es bereits symbolisch (so tun als ob, ich kann mir Dinge vorstellen) - das Kind spielt z.B. dass Mama arbeiten geht, dann sagt es „Mama arbeiten“ oder wenn es spielt, dass das Baby hungrig ist „Baby essen“. Das Kind braucht bereits Zweiwort- oder Mehrwortäußerungen beim Symbolspiel.

Dieses Symbolspiel wird dann in den kommenden Jahren ordentlich geübt, verbessert und durch verschiedene Handlungen ausgebaut & ergänzt. Dementsprechend braucht es dann auch sprachlich mehr.

Erst sehr viel später (das wird oft verwechselt) kommt es zum Rollenspiel. Das Rollenspiel wird dadurch definiert, dass bereits im Vorhinein verhandelt wird, wer welche Rolle einnimmt und wie die Spielhandlung aussehen wird (also schon sehr hohe sprachliche Anforderung, Grammatik, Satzbau usw.).

Ein Kind welches NUR funktional spielt (Dinge auf und zu machen, etwas rein und raus geben usw.) wird noch nicht ganze/lange Sätze sprechen.

Möchte ich also ein Kind sprachlich unterstützen, kann ich das Spiel fördern indem ich neue Ideen einbringe, sprachlich begleite und Anregungen gebe. Und das ganz nach den Wünschen des Kindes - es soll aussuchen womit es spielen will, einfach mal auf den Boden begeben und voll und ganz auf das Kind einlassen ohne Ablenkung „einfach nur spielen“