Wann hilft Ergotherapie meinem Kind? (Teil 1/3)

Ergotherapie

Diese Frage begegnet uns im Arbeitsalltag häufig. In drei Teilen wollen wir in einfacher Sprache erklären, wann und wobei Ergotherapie Kindern helfen kann. 

Ergotherapie unterstützt Kinder, wenn sie Schwierigkeiten bei Aktivitäten in verschiedenen Alltagsbereichen haben (z.B. Selbstversorgung, Kindergarten/Schule, Freizeit: Teil 1/3) oder einen Förderbedarf bei unterschiedlichen Fähigkeiten haben (z.B. Motorik, Wahrnehmung, Kognition: Teil 2/3). Das betrifft häufig Kinder mit bestimmten Diagnosen und Entwicklungsstörungen (Teil 3/3), aber auch Kinder ohne gravierende Erkrankungen. Grundsätzlich muss bei jedem Kind individuell im Rahmen eines ergotherapeutischen Ersttermins geschaut werden, ob und wie Ergotherapie Ihr Kind unterstützen kann.

Ergotherapie hilft bei Schwierigkeiten bei Alltagshandlungen

Ergotherapie hilft, wenn ein Kind Schwierigkeiten bei Aktivitäten in seinem persönlichen Alltag hat. Das bedeutet, wenn ein Kind jegliche Aktivitäten in seinem Tagesablauf nicht altersgerecht selbstständig machen kann oder möchte. 

Ergotherapie ist sinnvoll, wenn altersentsprechende Auffälligkeiten bei grundlegenden Alltagsaktivtäten im Bereich der Selbstversorgung bestehen. Beispiele wären: 

  • Kleidung ausziehen und anziehen
  • Essen mit Gabel/Löffel oder mit Gabel und Messer  
  • Schnürsenkel zubinden 
  • Zähne putzen, sich waschen, Haare bürsten

Ergotherapie unterstützt, wenn ein Kind Schwierigkeiten im Kindergarten oder in der Schule hat, zum Beispiel...

  • beim Interagieren und Spielen mit anderen Kindernbei Gruppensituationen / -spielen
  • beim Einhalten von Regeln und Routinen 
  • beim Stillsitzen und Aufpassen (aufmerksam sein im Unterricht)
  • beim Zeichnen oder Schreiben
  • beim Turnunterricht oder Werkunterricht

Ergotherapie unterstützt ebenso, wenn Schwierigkeiten in der Freizeit und Zuhause auftauchen. Gründe für einer Ergotherapie könnten sein: 

Mein Kind…

  • kann sich nicht allein beschäftigen / spielt nicht allein.erledigt seine Hausaufgaben nicht selbstständig.
  • trödelt immerzu, etwa bei der Morgen-/Abendroutine, oder wirkt immerzu verträumt bzw. unaufmerksam. 
  • ist sehr ungeschickt mit den Händen oder wirkt übermäßig tollpatschig bei Steck- oder Perlenspielen.
  • ist ungeschickt beim Klettern, Ballspielen oder Schwimmen, auf Spielplätzen, bei Sportkursen und Bewegungsaufgaben oder es vermeidet genannte Aktivitäten.
  • ist sehr übervorsichtig, traut sich kaum etwas oder schätzt seine eigenen Fähigkeiten falsch ein.